KOMPETENZPROFIL BERATUNG & COACHING

An Coaches werden vielfältige Anforderungen gestellt, die schwer in ein allgemeingültiges Kompetenzprofil zu fassen sind. Einerseits gibt es ein immenses Spektrum an Ausbildungen, andererseits eine (mittlerweile) breite Palette an Anwendungen von und Anlässen für Coaching. Auch eine gewerberechtliche Definition, zum Beispiel im Rahmen von Unternehmensberatung oder Lebens- und Sozialberatung, ist bisher nur in Grundzügen erfolgt. Im Zuge der fortschreitenden Professionalisierung des Berufsfeldes haben sich jedoch einige Modelle durchzusetzen begonnen, die als Quasi-Standards angesehen werden können und die sich in wesentlichen Teilen decken bzw. ähneln. Die im folgenden angeführten Kompetenz- bzw. Qualifikationsprofile sollen einen Eindruck vom Stand der regen Diskussion geben.

Kompetenzmatrix für Coaching & Supervision

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Kompetenzprofil nach Rauen

Christopher Rauen unterscheidet in seinem "Coaching-Report" zwischen fachlichen Qualifikationen, formalen Qualifikationen und persönlicher Kompetenz - wobei die Begriffe "Qualifikation" und "Kompetenz" nicht trennscharf verwendet werden.

Qualifikationen seien allerdings als Idealqualifikationen aufzufassen, die in der Praxis kaum existieren. Demnach ist im Einzelfall immer davon auszugehen, dass sich ein Coach auf bestimmte Bereiche spezialisiert hat.

Fachliche Qualifikation

Zusammengefasst besteht die fachliche Qualifikation von Coaches aus psychologischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen.Psychosoziale Kompetenzen: Kenntnisse der Organisationspsychologie und der Klinischen Psychologie, Erfahrungen im Umgang mit psychotherapeutischen Interventionen, Erfahrungen mit der Anwendung psychologischer Interventions-verfahren und Methoden, Diagnostisches Wissen, Soziale Kompetenz im Umgang
mit anderen Personen.

(Betriebs-)Wirtschaftliche Kompetenzen: Kenntnisse betriebswirtschaftlicher Abläufe und Gegebenheiten, Erfahrungen mit betriebswirtschaftlichen Instrumenten, Kenntnis gängiger Führungskonzepte, Kenntnis des betrieblichen Umfeldes und seiner Funktionsträger.

Fachwissen oder Prozesswissen

Neben dem psychologischen und (betriebs-)wirtschaftlichen Fachwissen und aus-reichender Selbsterfahrung ist eine breite Feldkompetenz notwendig, um die KlientInnen auch in fachlicher Hinsicht beraten zu können. Die Fähigkeit des Coach sollte also darin bestehen, Feldkompetenz zu besitzen, diese aber nicht überzu-bewerten. Coaching bleibt, so der Coaching-Report, eine Beratung, die aufgrund der Kombination von Prozessorientierung und Feldkompetenz erfolgreich ist.

Die Minimalanforderung an die Feldkompetenz des Coaches sollte demnach das Interesse und Engagement bezüglich der beruflichen Aufgaben der KlientInnen sein.

Persönliche Kompetenz

Hier geht es im Wesentlichen um die analytischen Fähigkeiten und die Fähigkeit zur
Selbstreflexion, d.h. der Coach muss sich selber in Frage stellen können.

Kompetenzprofil nach Vogelauer

Die Standards des Österreichischen Coachingdachverbands unterscheiden 8 verschiedene Kompetenzbereiche und bilden die Basis der Aufnahme in den Verband.

Feld- und Fachkompetenz

Es zeigt sich, dass Coaching-KundInnen und potentielle KlientenInnen sich von Coaches grundsätzlich Fachkenntnis im Sektor der KundInnen erwarten.

Rollen-Kompetenz

Der Coach sollte in mehreren beruflichen Rollen sattelfest sein, um die Bandbreite der Coaching-Arbeit wirklich nutzen zu können.

Management/Leitungs-Kompetenz

Der Coach muss keine Führungskraft sein, jedoch Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Leitung des Gesprächs und zum Gestalten des gesamten Coachingprozesses besitzen.

Ethik- und Human-Kompetenz

Der Coach braucht eine klare ethische Orientierung, ein Credo für eigenes Handeln gegenüber und mit den KundenInnen.Selbstreflexions- und Weiterentwicklungs-KompetenzCoaches sorgen für sich selbst, indem sie die eigenen Aktivitäten im Rahmen von Supervision oder Coaching mit einer Fachperson hinterfragen, überprüfen und aus anderer Perspektive als der eigenen nochmals betrachten.

Prozeß- und Ablauforganisations-Kompetenz

Die Fähigkeit zum Denken in Abläufen und prozessualen Abläufen ist eine der Kernaufgaben des Coaches.

Prozeß- und Ablauforganisations-Kompetenz

Die Fähigkeit zum Denken in Abläufen und prozessualen Abläufen ist eine der Kernaufgaben des Coaches.

Vernetzungs-Kompetenz

Ein Coach braucht verschiedene Blickwinkel nicht nur für die Einzelperson, sondern auch für die Beziehungen und die sozialen Strukturen, in die KlientInnen eingebettet sind, aber auch für organisatorische Aspekte.

Soziale und Interaktions-Kompetenz

Coaches sollten über gute bis ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeiten verfügen und Kommunikationswerkzeuge professionell nutzen können.

Quelle: Österreichischer Coachingdachverband

Kompetenzprofil nach der ÖVS

Bei der Österreichischen Vereinigung für Supervision (ÖVS) basiert die Kompetenz der Coaches auf einer umfassenden und von der ÖVS anerkannten Supervisionsausbildung.

ÖVS-SupervisorInnen sind mindestens 27 Jahre alt und müssen neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung eine umfassende Supervisions-Ausbildung absolviert haben. Diese dauert fünf oder mehr Semester und umfasst 450 Unterrichtseinheiten sowie 75 Stunden Lern- und 50 Stunden Lehrsupervision.

ÖVS-SupervisorInnen sind verpflichtet, sich regelmäßig fortzubilden. Die ÖVS hat als qualitätsorientierte Berufsorganisation ethische Richtlinien erstellt, die für alle Mitglieder zwingend vorgeschrieben sind. Für die KlientInnen bedeutet das unter anderem die unbedingte Wahrung des Vertrauensverhältnisses sowie die Sicherheit, dass Informationen nicht nach außen weitergegeben werden. ÖVS-SupervisorInnen sorgen in einem Kontraktgespräch für Transparenz und Klarheit in der Vorgangsweise. Dabei wird auch besprochen, welches Beratungsformat im gegebenen Fall zielführend ist. Gegebenenfalls werden auch andere für den konkreten Fall besser geeignete Beratungs- und
Unterstützungsangebote empfohlen.

Formale Qualifikation

Die Tätigkeit des Coachings an sich unterliegt keinem formalen Qualifikationsnachweis. Daher kann sich derzeit noch jede Person als "Coach" bezeichnen, ohne gegen rechtliche Bestimmungen zu verstoßen. Einschränkungen ergeben sich lediglich durch Inhalt, Ziel und Zweck der Berufsausübung.

Wer den Beruf selbstständig ausüben möchte, sollte sich daher mittels Gewerbeschein für Unternehmensberatung oder Lebens- und Sozialberatung absichern.

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